Übergangswohnungen für Getrennte und Geschiedene

Seit Jahren fordert die MIP die Einrichtung von Übergangswohnungen für Getrennt-Geschiedene, unabhängig davon, ob es sich um weggewiesene Männer und Väter oder um Frauen und Mütter handelt.

In den allermeisten Fällen handelt es sich um Männer, welche die familiäre Wohnung verlassen und sich auf die teils sehr schwierige Suche nach einer geeigneten Unterkunft machen müssen: Der freie Wohnungsmarkt erweist sich häufig als zu teuer, insbesondere wenn die Wohnung auch die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigen soll; die Zuweisung einer Sozialwohnung ist in der Regel mangels kurzfristiger Verfügbarkeit kaum möglich. Häufig bleibt nur noch die Unterkunft bei Freunden oder in der Herkunftsfamilie, manchmal das Auto. Dazu kommen die finanzielle Belastung und die Schwierigkeit, Beruf, Wohnung und Unterhalt mit dem Umgangsrecht und der Erziehungsverantwortung als Vater unter einen Hut zu bringen. Nicht zu reden von der psychologischen Belastung.

Deshalb begrüßen wir den Schritt der Landesregierung, den zuständigen Landesrat Tommasini zu beauftragen, entsprechenden Wohnraum flächendeckend und nicht nur konzentriert auf die Zentren zur Verfügung zu stellen. Zu hoffen bleibt, dass nicht nur Pläne gemacht, sondern das Problem auch einer längst fälligen Lösung zugeführt wird.

Die MIP wird seit Längerem in diesem Anliegen von der Bezirksgemeinschaft Pustertal in der Person ihres Präsidenten, Roland Grießmair sowie dem Institut für den sozialen Wohnbau unterstützt: Wir schlagen Kleinwohnungen vor, die von Männern um einen sozialen Preis angemietet werden können, wo sie ihre Kinder in würdiger Form aufnehmen und wo sie in schwierigen Zeiten auch begleitet werden können. Wir sehen Übergangszeiten bis zu zwölf Monaten vor oder, je nach Problemlage, auch länger. Wir unterstützen auch Trennungsprozesse, die möglichst einvernehmlich durchgeführt werden, damit Konflikte nicht „vererbt“, sondern lösungsorientiert verarbeitet werden können, vor allem zu Gunsten der Kinder.

Als Männerinitiative können wir wirksamer helfen, wenn sich Männer frühzeitig an Beratungsstellen wenden. Unser Beratungs- und Begleitziel sind einvernehmliche Konfliktlösungen bzw. Trennungen, die Vermeidung von sozialen Engpässen und das Abgleiten in soziale Notlagen wie den Verlust des Arbeitsplatzes, Sucht, Gewaltbereitschaft und Suizid. Ebenso müssen für Väter Möglichkeiten geschaffen und erhalten werden, auch weiterhin der Erziehungsverantwortung ihren Kindern gegenüber nachkommen zu können.

Übergangswohnungen sind diesbezüglich eine wirksame Hilfe. Es bleibt zu hoffen, dass es – trotz auslaufender Legislatur – nicht bei Absichtserklärungen bleibt, sondern entsprechende Taten folgen.

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